Seit Anfang November können private Arbeitgeber in Italien eine Förderung für Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Mitarbeiter beantragen.

Worum geht es?

Mit dem Fondo nuove competenze werden Maßnahmen gefördert, welche die antragstellenden Unternehmen in die Lage versetzen, spezifischen Arbeitszeitumgestaltungen für sich ändernde organisatorische und produktionstechnische Bedürfnisse des Unternehmens gerecht zu werden, wobei ein Teil der Arbeitszeit für Ausbildungszwecke genutzt wird. Für die Förderung stehen insgesamt 730 Millionen Euro zur Verfügung mit Aussicht auf Aufstockung durch regionale und EU-Gelder aus dem ESF.

Wer wird gefördert?

Anrecht auf Förderung haben alle privaten Arbeitgeber*innen mit nationalem Kollektivvertrag, die mittels Vereinbarung mit den auf nationaler Ebene tätigen Arbeitnehmerverbänden oder deren Gewerkschaftsvertreter*innen einen Teil der Arbeitszeit ihrer Beschäftigten für Ausbildungsmaßnahmen vorsehen. Die Vereinbarung muss in jedem Fall innerhalb 31.12.2020 unterzeichnet worden sein und folgendes beinhalten:

  • eine Beschreibung des Bildungsprojektes;
  • die Anzahl der beteiligten Arbeitnehmer*innen;
  • die Anzahl der für die Ausbildung vorgesehenen Arbeitsstunden;
  • bei Ausbildungskursen, die vom Unternehmen selbst durchgeführt werden, müssen die Anforderungen an die technischen, physischen und beruflichen Ausbildungskapazitäten für die Durchführung des Projekts nachgewiesen werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Maßnahmen, welche aus Bedürfnissen des Arbeitgebers in Bezug auf neue oder zu vertiefende Fähigkeiten im Zusammenhang mit der Einführung organisatorischer, technologischer, produkt-, prozess- oder dienstleistungsbezogener Innovationen resultieren. Förderbar sind auch die Entwicklung von Fähigkeiten, die darauf abzielen, die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter*innen zu erhöhen, vor allem im Hinblick auf Mobilität oder Verlagerung der Arbeitskraft in andere Arbeitsrealitäten. Die in Ausbildung umgerechnete Arbeitszeit darf maximal 250 Stunden pro Arbeitnehmer*in betragen.

Wie viel wird gefördert?

Der Fonds deckt die Kosten im Zusammenhang mit den Ausbildungsstunden, einschließlich der damit verbundenen Sozial- und Versicherungsbeiträge, ab. Die zuständige Behörde legt nach Überprüfung der Antragsunterlagen die Höhe des Beitrages fest, wobei zwischen den Kosten für die Ausbildungsstunden und den damit verbundenen Sozialversicherungs- und Wohlfahrtsbeiträgen unterschieden wird. Der Beitrag wird in zwei Tranchen ausbezahlt: eine Vorauszahlung von in Höhe von 70% und der Restbetrag nach Einreichung der Abrechnung.

Wie wird der Antrag eingereicht?

Die zuständige Behörde hat angekündigt, für die Antragstellung ein Online-Portal zur Verfügung zu stellen. Für den Zugang zum Portal muss der*die Antragsteller*in im Besitz eines SPID sein. Bis das Portal aktiv ist, können Anträge mittels Pec-Mail an die Adresse fondonuovecompetenze@pec.anpal.gov.it übermittelt werden, unter Beilage folgender Dokumentation:

  • Gesuchsformular;
  • Vereinbarung mit den Gewerkschaften bzw. Arbeitnehmerverbänden;
  • Beschreibung des Ausbildungsprojektesprojektes;
  • Liste der beteiligten Arbeitnehmer mit jeweiliger Angabe der Einstufung lt. Vertrag und die für die Ausbildung vorgesehenen Arbeitsstunden;
  • Mögliche schriftliche Delegierung des Rechtsvertreters.

Die Formulare können auf der Website der zuständigen Behörde heruntergeladen werden. Für die Einreichung der Anträge wurde bisher kein Enddatum festgelegt, die Vereinbarungen müssen aber in jedem Fall innerhalb 31.12.2020 unterschrieben werden. Die Anträge werden nach Eingang in chronologischer Reihenfolge ihrer Einreichung  bewertet.

Was muss ich sonst noch wissen?

  • Die Begünstigten müssen die Ausbildungskurse innerhalb von 90 Tagen nach der Genehmigung abschließen.
  • Ausbildungsaktivitäten können von allen akkreditierten Stellen auf nationaler und regionaler Ebene, Universitäten und Forschungszentren, technischen und sekundären Bildungseinrichtungen, Erwachsenenbildungszentren und anderen Stellen, die Ausbildungsaktivitäten durchführen, angeboten werden.
  • Die Ausbildung kann auch direkt von dem Unternehmen, das die Mittel erhält, durchgeführt werden, sofern es nachweisen kann, dass es die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt.