Die IDM Südtirol gewährt Förderungen an einheimische Unternehmen in Form von begünstigten Dienstleistungen im Bereich der Internationalisierung mit besonderen Covid-19 Vergünstigungen.

Die Beihilfen sind de-minimis pflichtig.

Was ist das Ziel der Maßnahme?

Ziel der Maßnahme ist es, die internationale Ausrichtung Südtiroler klein- und mittelständischer Unternehmen (KMUs) zu steigern. Die antragstellenden Unternehmen werden bei der Planung und Umsetzung ihres Internationalisierungsvorhabens von der IDM Südtirol unterstützt und nachhaltig in die ausgewählten Zielmärkte begleitet. Dabei werden auch die Anforderungen hinsichtlich Digitalisierung und Themen wie digitale Vertriebswege und Exportstrategien berücksichtigt.

Wer wird gefördert?

Anspruchsberechtigt sind in jeder beliebigen Form gegründete Unternehmen mit Rechtssitz und mindestens einem Betriebssitz in Südtirol, die ordnungsgemäß im Handelsregister der Handelskammer Bozen eingetragen sind und die Jahresgebühr ordnungsgemäß entrichtet haben. Zudem können in Südtirol ansässige Freiberufler*innen, die zu MwSt.-Zwecken in Italien erfasst und in einem Berufsverzeichnis der Autonomen Provinz Bozen eingetragen sind, die Dienstleistungen der IDM in Anspruch nehmen.

Nicht zugelassen zur Förderung sind Rechtssubjekte, die sich in Auflösung oder freiwilliger Liquidation befinden sowie Unternehmen in Schwierigkeiten. Weiters ausgeschlossen sind Unternehmen, die eine Zahlungsverzüge mit der IDM aufweisen einer früheren Rückforderungsentscheidung nicht Folge geleistet haben.

Start-ups oder Unternehmen, die noch keinen Sitz in Südtirol haben, müssen die Anforderung des Rechtssitzes bzw. der Betriebsstätte in der Autonomen Provinz Bozen sowie die Eintragung im Handelsregister der Handelskammer Bozen samt Einzahlung der Jahresgebühr innerhalb von 60 Tagen ab Beihilfegesuch und in jedem Fall vor Auszahlung der Beihilfe übermitteln.

Was und wie viel wird gefördert?

Folgende Dienstleistungen können durch die IDM in Anspruch genommen werden:

  1. Exportberatung
    Die Informations- und Beratungsmaßnahmen beziehen sich vordergründig auf Fragen zu Exportvorhaben und -abwicklung. Sollten im Rahmen der Beratung keine Kosten (z. B. für externe Berater) entstehen, so stellt die IDM die erbrachte Dienstleistung den Unternehmen unentgeltlich zur Verfügung. Andernfalls erfolgt eine Verrechnung zu Lasten des Unternehmens in Höhe von 30% der angefallenen Kosten mit maximal 5.000 Euro zulässiger Kosten pro Jahr. Die indirekte Förderung beläuft sich in diesem Fall auf 70% bzw. 3.500 Euro.
  2. Internationales Recht und Verträge
    Die Beratungsleistungen zielen vor allem auf die Vermarktung neuer oder bereits vorhandener Produkte im Ausland ab sowie auf die Bestimmung neuer Verkaufs- und Kooperationsverträge. Die IDM übernimmt die Kosten für die Beratungen durch externe Fachexperten, welche den antragstellenden Unternehmen in der Höhe von 30% verrechnet werden. Bei maximal 5.000 Euro zulässigen Kosten pro Jahr ergibt sich dadurch eine indirekte Förderung von 70% bzw. 3.500 Euro.
    Im Falle von Beratungen zur Eröffnung von Vertriebsniederlassungen sowie steuer- und zollrechtliche Analysen sind pro Jahr maximal 10.000 Euro an Kosten zugelassen, wiederum mit einer indirekten Förderung von 70% bzw. 7.000 Euro.
  3. Exportprojekte
    Exportprojekte sind individuell auf das antragstellende Unternehmen abgestimmte und maßgeschneiderte Beratungen zum Markteinstieg und/oder Marktausbau im Ausland mit dem Ziel, den Export, den Vertrieb und die Internationalisierung Südtiroler Produkte zu fördern. Die Beratungen beinhalten z. B. Marktanalysen, Suche nach Geschäftspartnern oder Mitarbeiter*innen, Vertriebsaufbau und -entwicklung usw. Gefördert werden ausschließlich die Kosten für externe Dienstleister; Reise- und Verpflegungskosten sowie eventuelle Marketingspesen gehen zu Lasten des antragstellenden Unternehmens. Die indirekte Förderung durch die IDM hat abnehmenden Charakter und endet spätestens nach einer Unterstützung über drei Kalenderjahre.
    – 1. Jahr: indirekte Förderung 70% (Beteiligung Antragsteller*in 30%)
    – 2. Jahr: indirekte Förderung 50% (Beteiligung Antragsteller*in 50%)
    – 3. Jahr: indirekte Förderung 30% (Beteiligung Antragsteller*in 70%)
    Pro Jahr sind Kosten im Ausmaß von maximal 40.000 Euro pro Unternehmen zulässig, wobei die Kosten für den ausländischen Dienstleister und bezogen auf ein und dasselbe Land den Gesamtbetrag von 20.000 Euro pro Jahr nicht überschreiten dürfen.
  4. Unternehmerreisen
    Bei dieser Form der Internationalisierungsförderung wird eine Gruppe, bestehend aus mindestens drei Südtiroler Unternehmen, ins Ausland oder in andere Regionen Italiens begleitet mit dem Ziel, Geschäftskontakte anzubahnen, auch im Rahmen einer Messe oder Konferenz. Den teilnehmenden Unternehmen werden die Kosten in Höhe von 30% verrechnet (70% indirekte Förderung), wobei auch die Reise-, Unterkunft- und Verpflegungskosten der teilnehmenden Unternehmen berücksichtigt werden. Dies gilt immer nur für eine Person pro teilnehmendes Unternehmen, ohne Festlegung eines jährlichen Maximalbetrages. Die Teilnahme an einer zweiten Unternehmerreise wird mit 50% der Kosten gefördert.
  5. Delegationsbesuche
    Hier werden potentielle Kunden, Importeure oder auch Journalisten nach Südtirol eingeladen, damit die teilnehmenden Unternehmen ihren Betrieb und ihre Produkte präsentieren können. An diesem Projekt müssen mindestens drei Südtiroler Unternehmen teilnehmen. Bei erstmaliger Teilnahme werden den Unternehmen die Kosten in Höhe von 30% verrechnet (indirekte Förderung von 70%), bei einer zweiten Teilnahme beträgt die indirekte Förderung noch 50%.
  6. Vertriebskooperationen
    Diese Maßnahme, an der sich mindestens drei Südtiroler Unternehmen beteiligen müssen, dient der gemeinsamen Erschließung neuer Märkte. Die beteiligten Unternehmen teilen sich im ausgewählten Zielmarkt einen gemeinsamen Berater und erarbeiten mit ihm gemeinsame Strategien und legen Schwerpunkte fest. Die maximale Dauer der Kooperation ist auf 3 Jahre ausgelegt und wird auf abnehmende Weise wie folgt gefördert:
    –  1. Jahr: indirekte Förderung 70% (Beteiligung Antragsteller*in 30%)
    – 2. Jahr: indirekte Förderung 50% (Beteiligung Antragsteller*in 50%)
    – 3. Jahr: indirekte Förderung 30% (Beteiligung Antragsteller*in 70%)
    Förderfähig sind ausschließlich die Kosten für externe Dienstleister; Reise- und Verpflegungskosten sowie eventuelle Marketingspesen gehen zu Lasten der antragstellenden Unternehmen.
  7. Expert-Coach
    Ein Expert-Coach ist erfahrener Export-Profi, welcher Südtiroler Exporteure bei ihren ersten Schritten in neue Märkte auf Zeit fachkundig begleitet und unterstützt. Die Dauer des Coachings ist auf ein Jahr ausgelegt, mit Option auf ein weiteres Jahr. In einer ersten Phase wird die generelle IST-Situation ermittelt und über die weitere Vorgehensweise entschieden. Die Kosten für die erste Phase werden indirekt mit 70% gefördert (Beteiligung Unternehmen 30%).
    In der zweiten Phase erfolgt eine kontinuierliche und konkrete Begleitung des Unternehmens durch den Export-Coach im Ausmaß von maximal 2 Tagen pro Monat (1 halber Tag pro Woche oder 1 Tage alle 2 Wochen). In dieser Phase übernimmt IDM maximal 20.000 Euro Kosten pro Jahr, welche dem Unternehmen im Ausmaß von 30% im ersten Jahr (70% indirekte Förderung) und von 50% im zweiten Jahr (50% indirekte Förderung) verrechnet werden.
  8. Durchführung von Messeveranstaltungen
    Die IDM organisiert eine Reihe von Messeveranstaltungen im In- und Ausland, an denen sich Südtiroler Unternehmen aus den verschiedenen Wirtschaftsbereichen beteiligen können. Die Verrechnung der Kosten zu Lasten der teilnehmenden Unternehmen erfolgt in Höhe von 50%, was einer indirekten Förderung von 50% gleich kommt.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Interessierte Unternehmen müssen für die Inanspruchnahme der durch die IDM indirekt geförderten Dienstleistung die entsprechenden Teilnahmeerklärungen und/oder Verträge ausfüllen und unterzeichnen. Die Teilnahmeerklärung beinhaltet die genaue Beschreibung der Dienstleistung sowie die Angabe der anfallenden Kosten und der möglichen Förderungen. Die Teilnahmeerklärung muss vor dem Anfang der Tätigkeiten abgegeben werden.

Für welchen Zeitraum kann die Förderung in Anspruch genommen werden?

Die Förderungen der IDM Südtirol im Bereich der Internationalisierung gelten für den Zeitraum 01.01.2020 bis 31.12.2023.

Besondere Maßnahmen im Rahmen der Coronakrise

Für den Zeitraum 01.01.2020 – 31.12.2021 und als Konjunkturmaßnahme zur Bekämpfung der durch  Covid-19 verursachten Krise erfolgt die Verrechnung zu Lasten der Unternehmen, welche die Dienstleistungen von IDM in Rahmen der De-Minimis-Verordnung Nr. 1407/2013 in Anspruch nehmen, in Höhe von 20% anstatt in der in den vorhergehenden Artikeln dieser Richtlinien vorgesehen ordentlichen Höhe. Dies entspricht einer indirekten Förderung von 80%.