In vielen EU-Förderprojekten, wie Interreg, Horizont 2020 oder Erasmus+, arbeiten verschiedene Organisationen und Unternehmen in Kooperation zusammen. In einer Kooperation übernimmt eine Organisation die Rolle als Leadpartner, alle anderen sind einfache Projektpartner, auch Kooperationspartner genannt. Doch was genau unterscheidet den Leadpartner von den anderen Projektpartnern, und worin liegen die wichtigsten Vor- und Nachteile der jeweiligen Rolle?

Wer macht was?

Der Leadpartner reicht im Auftrag der gesamten Kooperationsgruppe den Projektantrag ein und übernimmt bei einer Genehmigung des Förderantrages die Kommunikation mit der Förderstelle sowie die Gesamtverantwortung für die Umsetzung des EU-Projektes. Ein Kooperationspartner zeichnet sich in der Regel für seinen Teil der inhaltlichen Umsetzung sowie für spezifische Aufgaben innerhalb des Projektes verantwortlich. Das kann z.B. die Verantwortung für die europaweite Öffentlichkeitsarbeit des Projektes sein.

Was muss ich als Leadpartner in einem Kooperationsprojekt beachten?

Als Leadpartner können Sie Ihre eigenen Ideen am besten umsetzen. Sie können sich Ihre Projektpartner aussuchen und den Fokus der Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums darauf setzen, was sie erreichen möchten. Der Leadpartner trägt die Hauptverantwortung im Projekt. Er ist gegenüber der Förderstelle verantwortlich, dass die Fördermittel ordnungsgemäß verwendet werden. Gutes Projekt-und Finanzmanagement sind hier unbedingte Voraussetzungen.

Und wenn ich mich für die Rolle als Projektpartner entscheide?

Als Projektpartner haben Sie nicht die Gesamtverantwortung für den Erfolg des Projektes. Manchmal kann es Sinn machen, im Projekt mitzugehen und von der Förderung und den gemeinsam im Projekt erzielten Ergebnisse zu profitieren. Sie haben allerdings auch weniger Einflussmöglichkeiten auf die Inhalte eines Projektes und müssen möglicherweise akzeptieren, dass einiges nicht so gemacht wird, wie Sie es selbst gern hätten.

Leadpartner oder Projektpartner – Was ist besser?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten, zumal die Antwort maßgeblich von den Ressourcen und den Erfahrungen der in der Kooperation beteiligten Unternehmen abhängt. Für Organisationen, die wenig oder noch gar nicht grenzüberschreitend gearbeitet haben bzw. nur kaum bis sehr wenig Erfahrung in der Umsetzung von EU-Projekten haben, bietet es sich an, zuerst in die Rolle des einfachen Projektpartners zu schlüpfen. Damit können wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, um später selbst als Leadpartner erfolgreiche Anträge zu stellen.

Unsere Meinung: Wir raten unseren Kunden lieber zur Leadpartnerschaft, denn wir möchten, dass sie sich mit den Projekten weiterentwickeln und einen relevanten Mehrwert für sich und andere schaffen. Klar, das setzt voraus, sie über die notwendigen Kenntnisse und Ressourcen verfügen. Aber dafür gibt es Expert*innen wie uns, die ihr Knowhow zur Verfügung stellen und den Kunden bei der Projektumsetzung und beim Kompetenzaufbau unterstützen.