Es gibt handfeste Gründe, warum sich Unternehmen, sozialwirtschaftliche Akteure, NGOs, Verbände und auch Gemeinden noch mehr als bisher für grenzüberschreitende EU-Förderprojekte interessieren sollten. Einer davon ist: Für diese Kooperationsprojekte werden in der nächsten EU-Förderperiode ab 2021 voraussichtlich deutlich mehr Mittel zur Verfügung stehen. Hinzu kommt: Die Abwicklung dieser Projekte ist bei Weitem nicht so kompliziert, wie ihnen nachgesagt wird. Dennoch stellen wir fest, dass viele potentielle Akteure sich mit EU-Kooperationsprojekten und EU-Direktförderungen schwer tun. Sie sind es gewohnt, lokal oder national zu denken und zu arbeiten und viele gehen immer noch davon aus, dass sie Europa nicht brauchen.

Brüsseler Aktionsprogramme:

Bei den sogenannten „Brüsseler Aktionsprogrammen“ wie zum Beispiel Horizont, Erasmus+, Kreatives Europa oder LIFE gibt es überwiegend Ausschreibungswettbewerbe, bei denen Sie sich mit zusammen mit europäischen Partnern bzw. mit Organisationen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten bewerben Der Wettbewerb um diese Mittel ist groß. Sie müssen einen sehr guten Projektantrag einreichen, um gute Förderchancen zu haben.

Doch: Wer sich einmal an einem erfolgreichen EU-Kooperationsprojekt beteiligt und seine internen Strukturen entsprechend weiterentwickelt hat, der wird in der Regel weiterhin europäisch arbeiten. Die Vorteile der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wiegen meist stärker als der Mehraufwand, der nötig ist, wenn man als Organisation nicht mehr alles allein machen und entscheiden kann.

Richtig ist: EU-Kooperationsprojekte passen nicht zu jeder Einrichtung. Aber vor einer systematischen und vorurteilsfreien Abwägung der Chancen und Herausforderungen sollten Sie sich keinesfalls scheuen.

Unser Tipp:  Machen Sie eine umfassende Analyse, inwieweit Ihre Organisation auf die Herausforderungen der Zusammenarbeit in europäischen Kooperationsprojekten vorbereitet ist. Sind Sie in der Lage, die Chancen, die sich Ihnen bieten, auch wirklich zu nutzen? Wir unterstützen und beraten Sie gern dabei.

Unverbindliche Anfrage

Nachstehend finden Sie schon mal einige grundlegende Hinweise zur Orientierung:

1. Chancen durch die Beteiligung an EU-Projektkonsortien

  • Sie erhalten Zugang zu neuem Wissen und die Möglichkeit, von anderen Organisationen im Ausland zu lernen bzw. sich mit diesen europaweit zu vergleichen. Der Austausch neuer Ideen wird Innovationsfähigkeit Ihres Unternehmens oder Ihrer Organisation steigern.
  • Der Zugang zu neuen Förderquellen diversifiziert Ihre Finanzierung, reduziert Ihre finanziellen Risiken und verringert Ihre Investitionskosten.
  • Ihre Mitarbeiter*innen erweitern ihre Kompetenzen. Insbesondere das informelle Lernen durch die Mitarbeit in EU-Projektkonsortien, die Teilnahme an mehrsprachigen Konferenzen bzw. Veranstaltungen und das grenzüberschreitende Reisen hat einen großen Einfluss auf den Kompetenzausbau und die Arbeitszufriedenheit des beteiligten Personals.
  • Das Renommee Ihrer Organisation im In- und Ausland steigt. Ihre Kunden, Lieferanten, Partner und natürlich auch andere Förderer haben größeres Vertrauen in Bezug auf Ihre Qualität und Verlässlichkeit, weil auch sie wissen, dass EU-Kooperationsprojekte anspruchsvoll sind.
  • Sie erhalten Zugang zu neuen Märkten im Ausland und die notwendigen Kontakte vor Ort. Neue Markteilnehmer, also Ihre zukünftigen Wettbewerber, haben den internationalen Marktauftritt meist von Beginn an fest im Visier. Diese geänderte Wettbewerbssituation wird in Zukunft vermehrt auch für Verbände und für Unternehmen der Sozialwirtschaft gelten.
  • Sie entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen. Innovationen können gemeinsam im Netzwerk mit internationalen Expert*innen einfacher und effizienter entwickelt werden. Außerdem ist es oft viel preiswerter, im europäischen Ausland nach bereits funktionierenden Lösungen zu suchen und diese zu transferieren, als im Alleingang das Rad neu zu erfinden.

Neben all den Vorteilen sind natürlich auch die Herausforderungen nicht außer Acht zu lassen:

2. Herausforderungen bei der Beteiligung an EU-Projektkonsortien

  • Die größte Herausforderung ist die Suche nach guten Partnern für die internationale Zusammenarbeit. Die Zuverlässigkeit in europäischen Projektkonsortien ist eine schwer zu kalkulierende Größe.
  • Die Bedeutung von professionellem Projektmanagement wird unterschätzt. Die gängigen international anerkannten Projektmanagement-Methoden wie PRINCE2, PMI oder IPMA sind alle gut geeignet. Die Expert*innen der Förderfactory sind nach den IPMA-Standards zertifiziert.
  • Ohne eine grundsätzliche strategische Entscheidung für die internationale Zusammenarbeit geht es nicht. Sowohl die Führungsebene als auch die Mitarbeiter*innen sollten von dem Schritt über die Grenzen überzeugt sein. Denn der Schritt nach Europa bedeutet: Ihre Organisation muss sich weiterentwickeln und wird sich verändern!
  • Nur wer über ein gutes Finanzmanagement und solide finanzielle Grundlagen verfügt, wird die mit der europäischen Projektarbeit verbundenen Herausforderungen gut meistern.
  • Das richtige Personal ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg. Passendes Personal zu finden und zu halten, ist sicherlich ein Schlüssel für den Erfolg Ihrer internationalen Arbeit. Selbstverständlich sind auch Sprachkenntnisse, v. a. Englisch, eine wichtige Voraussetzung.

QUELLE: 

https://www.emcra.eu/eu-foerdertipp/ emcra EU-Fördertipp vom 02.10.2019